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Die
Plänkeleien der kleinen Kräfte mussten in einem durch größere Mächte
gesetzten Rahmen geleitet werden. Während die Indianer und Provinzen
kämpften und intrigierten, „gewährte“ Charles II von England ganz Neu
Holland seinem Bruder James, Duke of York. James beauftragte eine kleine
Flotte von drei Schiffen; am 27. August 1664 zwang sie New Amsterdam zur
Kapitulation und eroberte Fort Orange im September; am ersten Oktober
ergab sich das Holländische Fort Amstel in der Delaware Bay.
53
Ebenso wie der Niedergang von Neu Schweden die
Hinterlanddiplomatie veränderte, so schränkte die Eroberung von Neu
Holland noch mehr die echten Wahlmöglichkeiten der Indianer ein. Man
könnte sagen, dass es so schien, als ob die Welt der Mohawks mit dem
Niedergang von Neu Holland am Ende war. Reduziert durch Krankheiten,
geschlagen in Schlachten und nun der fundamentalen Stütz ihres gesamten
Systems der Außenpolitik beraubt, flehten sie um Frieden.
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Nun
musste einfach Frieden zu den zerstrittenen Stämmen kommen. Von Maine
bis Carolina war Amerika nun unter Englischer Herrschaft und so hätte es
für die Englischen Eroberer ein Leichtes sein müssen, nachdem die
Konkurrenten eliminiert worden waren, die Stämme zu stabilisieren und zu
beruhigen. Eine solche Denkweise jedoch deckt die nationalistischen
Vorurteile unseres eigenen Zeitalters auf. Weder König Charles noch Duke
James verfolgten den Abgang von Neu Holland um lediglich Wohlwollen über
die Provinzen zu verteilen. Das Patent des Königs an seinen Bruder
umfasste Länder, die sowohl von Connecticut als auch Massachusetts
beansprucht wurden und der König instruierte seine Bevollmächtigten eine
vermeintliche Überlassung „eines großen Gebietes in der Narragansetts
Bay“ durch die Indianer an die Krone zu untersuchen. Wenn die
Überlassung durch die Indianer sich bewahrheitete, so sollten die
Bevollmächtigten „in unserem Namen dieses Gebiet an sich bringen und es
soll hernach des Königs Provinz genannt werden“.
55 Auf
der gegenüberliegenden Seite von Neu Holland trafen die Englischen
Eroberer auf Baltimores Ansprüche in Hinblick auf die Delaware Bay. Die
königlichen Bevollmächtigten instruierten ihre Vertreter, „meinem Lord
Baltimore’s Sohn“ zu erklären, dass „die Einziehung des Ortes auf Kosten
seiner Majestät ist und Sie den Befehl haben diesen Besitz im Namen und
Recht seiner Majestät zu behalten “.
56 Es kaum erstaunlich,
dass unter diesen Umständen die Puritaner und die Marylander die
Eroberung von Neu Holland mit wenig Freude begrüßten. Die Eroberung
hatte ihren machtvollen Konkurrent nicht eliminiert sondern durch eine
noch größere Macht in der gleichen Beziehung ersetzt. Obwohl die
Herrschaft sich geändert hatte, wurden die Funktionen und Rollen von Neu
Holland weiterhin durch New York ausgeübt.
Für die
Indianer gab es klarerweise keine Zweifel an der Notwendigkeit sich an
die Neuankömmlinge anzupassen. Die Mohawks boten sofort eine Allianz an
und baten Gouverneur Nicolls von New York darum, zwischen ihnen und
ihrer Vielzahl an Feinden zu vermitteln. Nicolls erklärte sich bereit,
für sie Frieden mit den „Nationen flussabwärts“ zu schließen, aber er
könne keine Friedensgarantien für andere Provinzen abgeben.
57
Es
zeigte sich, dass Nicolls noch nicht einmal in der Lage war ein
Indianisches Auseinanderbrechen innerhalb seiner eigenen Provinz
verhindern konnte. Die Mahicans wiederbelebten eine ruhende uralte Fehde
mit den Mohawks und waren in der Lage eine Europäische Quelle als
Unterstützung zu finden. Obwohl sowohl die Englischen als auch die alten
Holländischen Einwohner von Albany gemeinsam eine Einwilligung der
Mahican in die Friedensersuchen der Mohawks erzwangen, befolgten die
Mahicans diesen Erlass nur so lange wie es dauerte eine neue Allianz mit
den Franzosen einzugehen.
58
So wie die Politik von
Charles II darauf ausgerichtet gewesen war, die Macht der Holländer in
Amerika zu eliminieren, so zielte die Politik von Louis XIV darauf ab,
die Irokesen zu eliminieren. Die Französische Allianz mit den Mahicans
war nur eine von Louis Maßnahmen. Als der Englisch-Holländische Krieg
wieder ausbrach, schlossen sich die Franzosen 1666 den Holländern an.
Der Bourbonen Monarch entschied außerdem, die Irokesen „vollkommen
auszurotten“ und schickte ein Regiment von Veteranentruppen und
organisierte seine Regierung in Kanada neu, um die Offensive zu
übernehmen.
59
Von neuem waren die Irokesen von Feinden
umringt. 1666 brannte ein Französischer Stosstrupp die Mohawk Dörfer und
Nahrungsversorgung nieder und die Susquehannocks vernichteten eine
Onondaga Armee. In der Zwischenzeit suchten die Mahicans die Straßen der
Irokesen so erfolgreich heim, dass ein Onondaga Häuptling die Franzosen
anflehte sie zurückzupfeifen.
60
Ein Jesuitenpater
berichtete, dass die Oneidas in ihren Dörfern permanent in Angst sowohl
vor Mahicans als auch Susquehannocks seien und dass „Panik vor Terror“
alleine durch das falsche Gerücht, eine Susquehannock Armee sei im
Anmarsch in einem Dorf ausbräche.
61
Inmitten
all dieser Vorkommnisse waren die Friedensstimmen nur schwer zu hören.
Da die Europäer die Stämme untereinander in Streitigkeiten verwickelt
hatten, kamen sie zu dem Schluss, dass nur vereinte Kräfte den Tumult
unterdrücken könnten. Gouverneur Nicolls von New York versuchte für die
Mohawks Frieden im Süden zu erlangen, aber Gouverneur Calvert von
Maryland ignorierte ihn. Nicolls Nachfolger versuchte die Unterstützung
von Gouverneur Winthrop in Connecticut zu bekommen um die Mahicans zu
beruhigen, aber die Verhandlungen dauerten eine Ewigkeit. Die Onondagas
waren von den Susquehannocks so schwer geschlagen worden, dass Rache für
sie zu einer Obsession wurde. Als ein Susquehannock Häuptling
Friedensvorschläge zu den Cayugas 1670 brachtet, zettelten die Onondagas
seine Ermordung an.
62
Es schien eine Zeit zu sein, die
beispielhaft für Thomas Hobbes’ „Krieg von allen gegen alle“ war, aber
es war keine Hobbesian „natürlicher Zustand“. In der letzten Analyse
blieben die Indianer abhängig vom Europäischen Warenhandel und wann
immer die Europäer schließlich ihren eigenen Streit beilegen konnten,
lag es in ihrer Macht die Indianerkriege zu beenden. 1670 bleute dies
ein Susquehannock Häuptling einigen sturer Lenape ein „ und zeigt ihnen,
dass hier Christen leben und hier Christen leben; er erklärte ihnen,
dass sie von Christen umgeben seien. Wenn sie in den Krieg zögen – woher
würden sie dann Pulver und Kugeln bekommen?“
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Ein großer Dank geht
an Cornela Erfurt für die Übersetzung |
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Informationen aus den Originaltexten von: |
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53 |
Hazard,
Annals of Pa., pp. 356368; John Romeyn Brodhead, History of the
State of New York (2 v., N. Y., 1859-1871) 1: pp. 743-744. |
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54 |
Anonymous
letter, Quebec, 22 Sept., 1664, Jesuit Relations 49: pp.
149-153; Indian conference, Albany, 25 Sept., 1664, N. V. Col.
Docs. 3: pp. 67-68. |
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55 |
Patent, 12
March, 1664, and Instructions, 23 April, 1664, N. Y. Col. Docs.
2: pp. 295-298; 3: pp. 55-56. |
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56 |
Instructions
to Sir Robert Carr, 3 Sept., 1664, N. Y. Col. Docs. 12: pp.
457-458; Nicolls to Secretary of State, ibid. 3: p. 70. |
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57 |
Loc. cit.;
Nicolls to Boston General Court, 30 July, 1668, N. V. Col. Docs.
3: p. 172. |
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58 |
Treaty
minutes, Albany, 3 Aug./10 Sept., 1666, The Livingston Indian
Records, 1666-1723, ed., Lawrence H. Leder (Gettysburg, Pa.,
1956), p. 34; Journal of the Jesuit Fathers, 9 Aug., 1667,
Jesuit Relations 50: p. 215. |
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59 |
Instructions
to M. Talon, 27 March, 1665, N. Y. Col. Docs. 9: p. 25; Colbert
to Talon, 6 April, 1667, ibid. 9: p. 58. |
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60 |
Francois Le
Mercier, Quebec, 20 Aug., 1668, Jesuit Relations 51: p. 243;
letter to J. B. Van Rensselaer, 26 July, 1664, Correspondence of
Jere,nias Van Rensselaer, p. 358. |
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61 |
Relation of
166869, Jesuit Relations 52: pp. 147, 175-177. |
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62 |
Nicolls to
Boston General Court, 30 July, 1668, N. Y. Col. Docs. 3: p. 172;
letters of Governor Lovelace, 25 July, 1669-24 Jan., 1670,
Minutes of the Executive Council of the Province of New York,
ed., Victor Hugo Paltsits (2 v., Albany, 1910) 1: pp. 377-383;
Fremin to Le Mercier, n.d. [refers to 20 Aug., 1669] Jesuit
Relations 54: p. 111; Dc Carrheil to Le Mercier, June, 1670,
ibid. 54: p. 75. |
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63 |
Examination of Indians, 6 Oct.,
1670, Minutes of Exec. Council of N. Y. 2: p. 502. |
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