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      Ruhm, Tod und Verklärung:
Die Susquehannock Indianer im 17. Jahrhundert

von Francis Jennings,
Geschichtsprofessor, Moore Kunstakademie
       

 

   

Die Englische Eroberung

     

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Chief Piercing Eyes
Nachbar-Völker
Die Unterwerfung der Lenape
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Die Holländische Macht
Englisch-Holländischer Konflikt
Niederlagen der Irokesen
Die Englische Eroberung
Landkarte 4
   
   
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Die Plänkeleien der kleinen Kräfte mussten in einem durch größere Mächte gesetzten Rahmen geleitet werden. Während die Indianer und Provinzen kämpften und intrigierten, „gewährte“ Charles II von England ganz Neu Holland seinem Bruder James, Duke of York. James beauftragte eine kleine Flotte von drei Schiffen; am 27. August 1664 zwang sie New Amsterdam zur Kapitulation und eroberte Fort Orange im September; am ersten Oktober ergab sich das Holländische Fort Amstel in der Delaware Bay. 53    Ebenso wie der Niedergang von Neu Schweden die Hinterlanddiplomatie veränderte, so schränkte die Eroberung von Neu Holland noch mehr die echten Wahlmöglichkeiten der Indianer ein. Man könnte sagen, dass es so schien, als ob die Welt der Mohawks mit dem Niedergang von Neu Holland am Ende war. Reduziert durch Krankheiten, geschlagen in Schlachten und nun der fundamentalen Stütz ihres gesamten Systems der Außenpolitik beraubt, flehten sie um Frieden. 54 

Nun musste einfach Frieden zu den zerstrittenen Stämmen kommen. Von Maine bis Carolina war Amerika nun unter Englischer Herrschaft und so hätte es für die Englischen Eroberer ein Leichtes sein müssen, nachdem die Konkurrenten eliminiert worden waren, die Stämme zu stabilisieren und zu beruhigen. Eine solche Denkweise jedoch deckt die nationalistischen Vorurteile unseres eigenen Zeitalters auf. Weder König Charles noch Duke James verfolgten den Abgang von Neu Holland um lediglich Wohlwollen über die Provinzen zu verteilen. Das Patent des Königs an seinen Bruder umfasste Länder, die sowohl von Connecticut als auch Massachusetts beansprucht wurden und der König instruierte seine Bevollmächtigten eine vermeintliche Überlassung „eines großen Gebietes in der Narragansetts Bay“ durch die Indianer an die Krone zu untersuchen. Wenn die Überlassung durch die Indianer sich bewahrheitete, so sollten die Bevollmächtigten „in unserem Namen dieses Gebiet an sich bringen und es soll hernach des Königs Provinz genannt werden“. 55    Auf der gegenüberliegenden Seite von Neu Holland trafen die Englischen Eroberer auf Baltimores Ansprüche in Hinblick auf die Delaware Bay. Die königlichen Bevollmächtigten instruierten ihre Vertreter, „meinem Lord Baltimore’s Sohn“ zu erklären, dass „die Einziehung des Ortes auf Kosten seiner Majestät ist und Sie den Befehl haben diesen Besitz im Namen und Recht seiner Majestät zu behalten “. 56  Es kaum erstaunlich, dass unter diesen Umständen die Puritaner und die Marylander die Eroberung von Neu Holland mit wenig Freude begrüßten. Die Eroberung hatte ihren machtvollen Konkurrent nicht eliminiert sondern durch eine noch größere Macht in der gleichen Beziehung ersetzt. Obwohl die Herrschaft sich geändert hatte, wurden die Funktionen und Rollen von Neu Holland weiterhin durch New York ausgeübt. 

Für die Indianer gab es klarerweise keine Zweifel an der Notwendigkeit sich an die Neuankömmlinge anzupassen. Die Mohawks boten sofort eine Allianz an und baten Gouverneur Nicolls von New York darum, zwischen ihnen und ihrer Vielzahl an Feinden zu vermitteln. Nicolls erklärte sich bereit, für sie Frieden mit den „Nationen flussabwärts“ zu schließen, aber er könne keine Friedensgarantien für andere Provinzen abgeben. 57 

Es zeigte sich, dass Nicolls noch nicht einmal in der Lage war ein Indianisches Auseinanderbrechen innerhalb seiner eigenen Provinz verhindern konnte. Die Mahicans wiederbelebten eine ruhende uralte Fehde mit den Mohawks und waren in der Lage eine Europäische Quelle als Unterstützung zu finden. Obwohl sowohl die Englischen als auch die alten Holländischen Einwohner von Albany gemeinsam eine Einwilligung der Mahican in die Friedensersuchen der Mohawks erzwangen, befolgten die Mahicans diesen Erlass nur so lange wie es dauerte eine neue Allianz mit den Franzosen einzugehen. 58    So wie die Politik von Charles II darauf ausgerichtet gewesen war, die Macht der Holländer in Amerika zu eliminieren, so zielte die Politik von Louis XIV darauf ab, die Irokesen zu eliminieren. Die Französische Allianz mit den Mahicans war nur eine von Louis Maßnahmen. Als der Englisch-Holländische Krieg wieder ausbrach, schlossen sich die Franzosen 1666 den Holländern an. Der Bourbonen Monarch entschied außerdem, die Irokesen „vollkommen auszurotten“ und schickte ein Regiment von Veteranentruppen und organisierte seine Regierung in Kanada neu, um die Offensive zu übernehmen. 59    Von neuem waren die Irokesen von Feinden umringt. 1666 brannte ein Französischer Stosstrupp die Mohawk Dörfer und Nahrungsversorgung nieder und die Susquehannocks vernichteten eine Onondaga Armee. In der Zwischenzeit suchten die Mahicans die Straßen der Irokesen so erfolgreich heim, dass ein Onondaga Häuptling die Franzosen anflehte sie zurückzupfeifen. 60     Ein Jesuitenpater berichtete, dass die Oneidas in ihren Dörfern permanent in Angst sowohl vor Mahicans als auch Susquehannocks seien und dass „Panik vor Terror“ alleine durch das falsche Gerücht, eine Susquehannock Armee sei im Anmarsch in einem Dorf ausbräche. 61 

Inmitten all dieser Vorkommnisse waren die Friedensstimmen nur schwer zu hören. Da die Europäer die Stämme untereinander in Streitigkeiten verwickelt hatten, kamen sie zu dem Schluss, dass nur vereinte Kräfte den Tumult unterdrücken könnten. Gouverneur Nicolls von New York versuchte für die Mohawks Frieden im Süden zu erlangen, aber Gouverneur Calvert von Maryland ignorierte ihn. Nicolls Nachfolger versuchte die Unterstützung von Gouverneur Winthrop in Connecticut zu bekommen um die Mahicans zu beruhigen, aber die Verhandlungen dauerten eine Ewigkeit. Die Onondagas waren von den Susquehannocks so schwer geschlagen worden, dass Rache für sie zu einer Obsession wurde. Als ein Susquehannock Häuptling Friedensvorschläge zu den Cayugas 1670 brachtet, zettelten die Onondagas seine Ermordung an. 62    Es schien eine Zeit zu sein, die beispielhaft für Thomas Hobbes’ „Krieg von allen gegen alle“ war, aber es war keine Hobbesian „natürlicher Zustand“. In der letzten Analyse blieben die Indianer abhängig vom Europäischen Warenhandel und wann immer die Europäer schließlich ihren eigenen Streit beilegen konnten, lag es in ihrer Macht die Indianerkriege zu beenden. 1670 bleute dies ein Susquehannock Häuptling einigen sturer Lenape ein „ und zeigt ihnen, dass hier Christen leben und hier Christen leben; er erklärte ihnen, dass sie von Christen umgeben seien. Wenn sie in den Krieg zögen – woher würden sie dann Pulver und Kugeln bekommen?“ 63

Ein großer Dank geht an Cornela Erfurt für die Übersetzung

 

Niederlagen der Irokesen

   
  Informationen aus den Originaltexten von:
 

 

53

Hazard, Annals of Pa., pp. 356368; John Romeyn Brodhead, History of the State of New York (2 v., N. Y., 1859-1871) 1: pp. 743-744.

   
54

Anonymous letter, Quebec, 22 Sept., 1664, Jesuit Relations 49: pp. 149-153; Indian conference, Albany, 25 Sept., 1664, N. V. Col. Docs. 3: pp. 67-68.

   
55

Patent, 12 March, 1664, and Instructions, 23 April, 1664, N. Y. Col. Docs. 2: pp. 295-298; 3: pp. 55-56.

   
56

Instructions to Sir Robert Carr, 3 Sept., 1664, N. Y. Col. Docs. 12: pp. 457-458; Nicolls to Secretary of State, ibid. 3: p. 70.

   
57

Loc. cit.; Nicolls to Boston General Court, 30 July, 1668, N. V. Col. Docs. 3: p. 172.

   
58

Treaty minutes, Albany, 3 Aug./10 Sept., 1666, The Livingston Indian Records, 1666-1723, ed., Lawrence H. Leder (Gettysburg, Pa., 1956), p. 34; Journal of the Jesuit Fathers, 9 Aug., 1667, Jesuit Relations 50: p. 215.

   
59

Instructions to M. Talon, 27 March, 1665, N. Y. Col. Docs. 9: p. 25; Colbert to Talon, 6 April, 1667, ibid. 9: p. 58.

   
60

Francois Le Mercier, Quebec, 20 Aug., 1668, Jesuit Relations 51: p. 243; letter to J. B. Van Rensselaer, 26 July, 1664, Correspondence of Jere,nias Van Rensselaer, p. 358.

   
61

Relation of 166869, Jesuit Relations 52: pp. 147, 175-177.

   
62

Nicolls to Boston General Court, 30 July, 1668, N. Y. Col. Docs. 3: p. 172; letters of Governor Lovelace, 25 July, 1669-24 Jan., 1670, Minutes of the Executive Council of the Province of New York, ed., Victor Hugo Paltsits (2 v., Albany, 1910) 1: pp. 377-383; Fremin to Le Mercier, n.d. [refers to 20 Aug., 1669] Jesuit Relations 54: p. 111; Dc Carrheil to Le Mercier, June, 1670, ibid. 54: p. 75.

   
63 Examination of Indians, 6 Oct., 1670, Minutes of Exec. Council of N. Y. 2: p. 502.

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